Minderheitensprachen der Einwanderer
Aufgrund
der Einwanderung gibt es in
Brasilien zahlreiche Minderheitensprachen. Etwa 1,5 Millionen
Brasilianer sprechen
Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und
37.000
Koreanisch. Dabei muss berücksichtigt werden, dass bei den
Sprachminderheiten
die Zahl der Sprecher sehr optimistisch berechnet ist. Diese
Volksgruppen
gehörten teilweise zu den ersten Siedlern und ihre Nachfahren
verstehen fast
nur noch Portugiesisch. In den Ortschaften, die als Zentren
für Einwanderer
galten, entstanden oftmals brasilianische Dialekte der
Einwanderersprache.
Beispiele sind Talian, brasilianisches Italienisch, oder das
Riograndenser
Hunsrückisch.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es (besonders im Süden)
ganze Gemeinden, in
denen ausschließlich Deutsch oder Italienisch gesprochen
wurde, da insbesondere
die deutschen Auswanderer und deren Nachfahren über eine gute
Infrastruktur aus
Schulen, Vereinen u.ä. verfügten und zumeist in
relativ geschlossenen Kolonien
lebten. Als während des autoritären Regimes des
Estado Novo (1937–1945) eine
Nationalisierungskampagne durchgeführt wurde, geriet die
deutsche Gemeinschaft
zunehmend unter Druck, da der Staat den Assimilierungsprozess
forcierte. Der
Eintritt Brasiliens in den Zweiten Weltkrieg bot den entsprechenden
Anlass, um
die Sprachen der Feindstaaten zu verbieten und deutsche und
italienische
Schulen zu schließen, woraufhin das Portugiesische auch in
diesen Ortschaften
Einzug hielt.
.
Fremdsprachen
Englisch
ist als Fremdsprache noch
nicht so etabliert wie in europäischen Ländern.
Obwohl Englisch normalerweise
in den Schulen unterrichtet wird, fasst die Sprache nur langsam
Fuß in
Brasilien. Auch in den Großstädten ist es nicht
selbstverständlich, dass die
Leute Englisch sprechen oder verstehen. Für
gewöhnlich verstehen die
Brasilianer aber zumindest ansatzweise Spanisch, auch wenn sie die
Sprache
selbst nicht sprechen. Als Folge der verstärkten
wirtschaftlichen
Zusammenarbeit der lateinamerikanischen Länder im Mercosul
wird die Bedeutung
des Spanischen gegenüber dem Englisch noch zunehmen. In den
Grenzgebieten zu
anderen südamerikanischen Ländern bildete sich das
sogenannte Portunhol heraus,
eine Mischsprache aus Portugiesisch und Spanisch, das die
Verständigung
erleichtert. Besonders im Grenzgebiet zu Paraguay ist diese
Mischsprache häufig
anzutreffen. Dies vor allem deshalb, weil die Grenzstadt Ciudad del
Este ein
wichtiger Handelsplatz für die brasilianischen
Straßenhändler („Sacoleiros“)
ist.







